Kenntnisse der deutschen Fachsprache sind zwingend nötig

Immer mehr ausländische Ärztinnen und Ärzte kommen nach Deutschland. Für diese Ärzte ist es nicht immer einfach sich im deutschen Gesundheitssystem zurechtzufinden. Das fängt mit der Sprache an und geht mit der Anerkennung der Approbation, die von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ist und den Arbeitsverträgen in Krankenhäusern weiter.

Auf der Marburger Bund-Veranstaltung für ausländische Ärztinnen und Ärzte in Fulda haben die Teilnehmer verschiedene Informationen an die Hand bekommen. Dr. Frederike Neven, LL.M. Verbandsjuristin beim Marburger Bund Hessen erklärte etwa, was in einem Arbeitsvertrag stehen sollte: „In einem Arbeitsvertrag werden nicht nur Art und Umfang der Tätigkeit sowie die Höhe des Gehalts vereinbart, sondern auch die sonstigen Arbeitsbedingungen, wie Arbeitszeit, Urlaub und Kündigungsfristen.“ Zudem wurden die Themen Vorstellungsgespräch, Eingruppierung in eine Gehaltsstufe oder Kündigung angesprochen.

Dr. Martina Erken vom mibeg-Institut Medizin in Köln erläuterte die Inhalte der Fachsprachprüfung: Dazu gehört das Patientengespräch, die schriftliche Dokumentation und das fachsprachliche Kollegengespräch. „Sie sollten sich erst zur Prüfung anmelden, wenn ihre Deutschkenntnisse wirklich gut sind“, sagte Erken zu den Teilnehmern der Veranstaltung. Etwa sechs Monate sollte man sich auf die Prüfung vorbereiten, so ihre Einschätzung.

Ruth Wichmann vom Auslandsreferat des Bundesverbandes in Berlin berichtete von ihren Erfahrungen: „Die Anfragen von ausländischen Ärzten haben zugenommen.“ Sie klärte über die Anerkennung der ausländischen Arztdiplome, die Kenntnisprüfungen und wo die Unterschiede bei EU-Bürgern und Nicht-EU-Bürgern liegen auf.

Bei der Gleichwertigkeitsprüfung werden zum Beispiel die eingereichten Unterlagen mit der deutschen Ausbildung verglichen. Berufserfahrungen können bei festgestellten Ungleichheiten einen Ausgleich schaffen. Danach wird entschieden, ob das Diplom anerkannt wird oder ob noch eine Kenntnisprüfung stattfindet, erklärt Wichmann. „Ärzte sollten daher möglichst umfangreiche Unterlagen abgeben“, gab Wichmann als Tipp mit. Dr. Lars Bodammer, 2. stellv. Vorsitzender des MB Hessen, hielt einen Vortrag zum Thema Weiterbildung zum Facharzt.

Dr. Mohammed Abdel-Hadi und Ahmad Jazi gingen in ihrem gemeinsamen Vortrag der Frage nach, wie man als Arzt in Deutschland zurechtkommt. Sie führten die Teilnehmer durch diverse Themen, wie Sprache und Integration, Bürokratie und Gesundheitswesen und untermalten ihren Vortrag mit zahlreichen Beispielen aus dem Alltag. Während deutschen Ärzten für eine Auslandstätigkeit in vielen Fällen Englischkenntnisse ausreichten, so Abdel-Hadi, würden für eine Karriere hierzulande zwingend Kenntnisse der deutschen Fachsprache benötigt. Im Verhältnis zum Patienten, insbesondere zur medizinischen Aufklärung seien wiederum Kenntnisse der Alltagssprache erforderlich. Sprachkenntnisse erwerbe man am schnellsten in einem auf Mediziner zugeschnittenen Sprachkurs, so sein Tipp.

 Autoren: wö/nev/mn

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